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04.05.2020 09:47 Alter: 30 days
Kategorie: Gemeinde, Tourismus

Abschied Karl Heinz Glaser


Sag zum Abschied leise Servus…

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

diese Textzeilen zu dem bekannten Schlager sind mir unwillkürlich in den Sinn gekommen, als ich mir Gedanken machte, was ich Ihnen zum Schluss meiner Amtszeit im Rathaus noch gerne mitteilen möchte.

Fast 2 Jahre sind mittlerweile vergangen, seit ich die Amtsgeschäfte in der Gemeinde als amtierender Bürgermeister übernommen habe. Im Nachhinein betrachtet, verging die Zeit wie im Flug. Das lag sicherlich auch daran, dass ich eine Menge an „Altlasten“ und „Baustellen“ vorfand, wie ich sie nicht erwartet hätte.

Ich habe diese im Detail schon mehrfach beschrieben, so dass ich hier nicht weiter darauf eingehen möchte.

Personalsituation

Auch im Bereich „Personelles“ lag einiges im Argen, so dass ich anfangs ohne Geschäftsleiter und ohne Kämmerer da stand. Der Zustand verbesserte sich erst, als Herr Kormann als ehemaliger Verwaltungsleiter und Herr Dumbach als ehemaliger Kämmerer, mir Ihre Unterstützung zusagten. Beiden gilt mein großer Dank. Herr Kormann erkrankte leider vor geraumer Zeit sehr schwer, ist aber in der Zwischenzeit auf dem Weg der Besserung. Darüber freue ich mich sehr und möchte ihm an dieser Stelle gute Besserung wünschen.

Auch das weitere Verwaltungspersonal sowie der Bauhof legten sich tüchtig ins Zeug, damit es wieder aufwärts ging. Wichtig war dabei, dass es gelang, Herrn Thomas Förster am 1.11.2018 als Geschäftsleiter bei der Gemeinde einzustellen. Als ausgewiesener Verwaltungsfachmann war und ist er der richtige Mann am richtigen Platz. Ihm möchte ich an dieser Stelle für sein außergewöhnliches Engagement und seine Loyalität, einen ganz besonderen Dank aussprechen. Ebenso dem gesamten Verwaltungsteam und dem Bauhof.

Zweckvereinbarung Fichtelberg-Mehlmeisel in Sachen Abwasserentsorgung

Bedanken möchte ich mich auch beim früheren Geschäftsleiter der Gemeinde Mehlmeisel, Herrn Thomas Prechtl. Mit ihm galt es, gleich zu Beginn meiner Amtszeit, eine Zweckvereinbarung zwischen Fichtelberg und Mehlmeisel bezüglich der Abwasserentsorgung im Ortsteil Hüttstadl auszuarbeiten. Herr Prechtl hatte dabei viel an Vorarbeit zu leisten, damit ein ordentliches Vertragswerk zustande kam. Der Vertrag wurde dann verabschiedet und im Ortskurier vom 31.01.2019 veröffentlicht.

Vollzug des Wasserhaushaltsgesetzes Ortsteil Hüttstadl

Des Weiteren war für das Jahr 2018 für Hüttstadl ein Antrag auf eine gehobene, wasserrechtliche Erlaubnis zu stellen. Die bisherige Erlaubnis galt bis lediglich 31.12.2018. In Zusammenarbeit mit dem Ingenieur Büro Götz wurden diese Unterlagen bis zum 17.10.2018 fertiggestellt und beim Landratsamt Bayreuth eingereicht. Ebenso wurden sie vom 28.3.2019 – 26.08.2019 im Rathaus zur Einsichtnahme ausgelegt.

Abwasseranlage Hüttstadl

Angegangen wurde auch das Problem Abwasseranlage Hüttstadl. Nachdem seit Herbst 2018 eine neue RZ WAS (Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben) in Kraft getreten ist, kann mit einer Förderung der Maßnahme von 80 % gerechnet werden. Der Bewilligungsbescheid zur Umsetzung der Maßnahme ging am 02.09.2019 bei der Gemeinde ein. Eine Informationsveranstaltung der Hüttstadler Bürgerinnen und Bürger war von mir, vor Beendigung meiner Amtszeit, fest eingeplant gewesen. Ich bedauere sehr, dass es wegen der Corona Krise nicht mehr dazu gekommen ist. Der neu gewählte Bürgermeister ist allerdings über das Vorhaben ausführlich informiert und wird, sobald die Möglichkeit dazu wieder besteht, diese Info-Veranstaltung abhalten.

Änderung Bebauungsplan Hüttstadl

Nachdem der endgültige Bebauungsplan, der aus den 1970er Jahren stammt, generell nur Zweitwohnsitze vorsieht, ist eine Überarbeitung erforderlich. Damit soll die Möglichkeit geschaffen werden, auch Erstwohnsitze zu ermöglichen. Vorbereitende Gespräche mit dem Landratsamt sowie eine Handlungsanleitung dazu, sind bereits erfolgt.

Kanalisation Fichtelberg/Neubau

Die Aufnahmen im Kanalsystem Ortsteil Neubau wurden bereits durchgeführt. Für Fichtelberg stehen sie noch an. Die Beschlüsse darüber sind im Gemeinderat bereits gefasst worden.

Bebauungsplan Fichtelsee

Die Satzungsänderung des Bebauungsplanes am Fichtelsee wurde in der Gemeinderatssitzung am 30.03.2020 beschlossen. Die Veröffentlichung im Amtsblatt erfolgte am 27.04.2020.

Wasserwachtgebäude BRK 

Ich freue mich sehr, dass es noch in dieser Gemeinderatsperiode gelungen ist, die Voraussetzungen für den Bau des Wasserwachtgebäudes zu schaffen. Am 28.04.2020 ist geplant, den „Spatenstich“ vorzunehmen. Damit sollten dann auch die vielen Einwendungen und Vorbehalte, die in der Planungsphase eingebracht worden sind, endlich ad acta gelegt werden können. In puncto Rettungswesen sind wir dann in der Gemeinde mit der ständig besetzten Rettungswache, der Bergwachtbereitschaft sowie der Rettungsstation der Wasserwacht, diesbezüglich sehr gut aufgestellt.

Bogenbrücken am Fichtelsee

Um auszuschließen, dass die Betonstützen mit Alkali-Kieselsäure kontaminiert sind, wurden Kernbohrungen durchgeführt und diese von der technischen Hochschule in Dresden untersucht. Das Ergebnis, dass dies nicht der Fall ist, ging im Herbst 2019 ein. Zurzeit erfolgt durch die Landesgewerbeanstalt Nürnberg noch eine Statik Untersuchung. Danach muss eine nochmalige Ausschreibung des Bauwerkes erfolgen, um eine aktuelle Kostenberechnung für den neuerlichen Förderantrag zu erhalten.

Multifunktionshaus Bleaml-Alm

Maßnahmenträger ist der Zweckverband zur Förderung des Fremdenverkehrs und des Wintersports im Fichtelgebirge. Bezüglich des Gebäudes wurden seitens des Bauamtes beim Landratsamt und der Gemeinde (unter tatkräftiger Unterstützung des SC Neubau) zwei Planungen erstellt. Nachdem es aufgrund der derzeitigen Situation nicht mehr zu einer Verbandsversammlung gekommen ist, muss die Entscheidung darüber dem neuen Gremium übertragen werden.

Ausbau Fichtelberger Straße

Gespräche mit der Regierung von Oberfranken wurden diesbezüglich bereits 2019 geführt. Dabei wurde mitgeteilt, dass eine Förderung (80 %) nur bei einem Vollausbau erfolgen kann. Die erforderlichen Planungsunterlagen wurden vom Ingenieurbüro Wolf, Kemnath, erstellt und zum Abgabetermin 01.09.2019 bei der Regierung von Oberfranken eingereicht. Nach Bewilligung werden die nächsten Schritte, die vorbereitenden Untersuchungen bezüglich Kanal, Wasser, Strom, usw. sein.

ISEK – Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept

Nachdem nun nach 4 Jahren das ehemalige Kaufmann Areal erworben werden konnte, wurde am 25.10.2019 ein Workshop bezüglich der Nachnutzung abgehalten. Nun müssen weitere Schritte erfolgen. Dies betrifft auch das ehemalige Schamottewerk Lindner, damit hier ein weitesgehender Abbruch erfolgen kann. Entsprechende Bodenuntersuchungen auf eventuelle Altlasten sind als nächstes erforderlich.

Breitband Ausbau

Die Vorstellung der Ausbaustufe 2 (2020-2024) erfolgte bereits im Gemeinderat. Mit der Firma Reuther Net-Consulting wurde bereits ein Vertrag geschlossen. Der weitere Ausbau erfolgt durch die Telekom.

Radonmessung Schule Fichtelberg

Mit der Firma Geoprax (Prof. Leißring) besteht weiterhin ständiger Kontakt. Durch einen zusätzlichen Einbau von Be- und Entlüftungsgeräten haben Messungen ergeben, dass in den genutzten Klassenzimmern die Grenzwerte bereits unterschritten sind. In den Fluren soll das Ergebnis durch geänderte Be- und Entlüftungszeiten weiter optimiert werden. Die Radonmessungen werden weiterhin durchgeführt.

Abwasserwirtschaft Fichtelberg

Wie bereits mitgeteilt, liegt die Verschuldung der Abwasserwirtschaft bei ca. 4 Millionen Euro. Dies rührt auch von den 17 Darlehen her, die zwischen 1997 und 2017 aufgenommen worden sind. Dabei lagen die Zinssätze zwischen 2,28 und 5,55 Prozent. Eine Umschuldung, zu weitaus günstigeren Konditionen, ist ab 2019 erfolgt. Ebenso wurden die gemeindlichen Darlehen geprüft und mit wesentlich günstigeren Zinssätzen umgeschuldet.

Kristallbad Fichtelberg

Wie ebenfalls schon mehrmals dargelegt, hat die Kristallbäder AG eine vertragliche Wiederaufbaupflicht bzw. eine Betreiberpflicht bis zum Jahr 2025. Bei etlichen Gesprächen bzw. Zusammenkünften hat die Kristallbäder AG darauf hingewiesen, die durch einen Vergleich erhaltene Brandversicherungssumme in einen Wellnessbereich einzubringen. Nachdem jedoch in der Zwischenzeit sowohl in Weißenstadt als auch in Bad Alexandersbad neue Bäder bzw. Freizeiteinrichtungen entstanden sind, ist die Situation in Fichtelberg weitaus schwieriger geworden. Seitens der Kristallbad AG könne man sich nur vorstellen, zusammen mit einem Partner, der evtl. einen Hotelneubau errichten würde, erfolgreich zu sein.

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

diese Zusammenfassung der wichtigsten Projekte, die in den vergangenen zwei Jahren unseren Geschäftsleiter und mich vorwiegend beschäftigt haben, soll Ihnen einen Einblick vermitteln, wo die Schwerpunkte unserer Tätigkeit lagen. Sie sehen, dass viele Dinge angepackt worden sind, vieles aber weitergeführt werden muss. Da wir 2018 keinen genehmigten Haushalt hatten und wir als Stabilisierungsgemeinde alles der Haushaltskonsolidierung unterordnen mussten, konnten für uns wichtige Maßnahmen nur ansatzweise umgesetzt werden. Trotz aller Widrigkeiten die wir selbst hatten, möchte ich mich bei der Regierung von Oberfranken sowie bei mehreren Fachbereichen des Landratsamtes bedanken, für die Unterstützung die wir bei vielen Projekten bekommen haben. Einschließen möchte ich dabei auch besonders das Wasserwirtschaftsamt Hof.

Bedanken möchte ich mich vor allem bei Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, die unseren Bemühungen und unserer Arbeit in den letzten 2 Jahren entsprechende Wertschätzung entgegen gebracht haben. Ich habe mich sehr darüber gefreut. Danken möchte ich unseren Feuerwehren, den Rettungsdienstkräften, unseren am Ort ansässigen Ärzten sowie der Sozialstation, die gerade jetzt, in der schwierigen Zeit, Hervorragendes leisten. Dies gilt auch für die Schule sowie den Kindergarten. Ebenso Herrn Pfarrer Weinberger, mit seinen beiden Diakonen, für ihren seelsorgerischen Einsatz.

Ein großer Dank gilt allen Vereinen, Verbänden und Institutionen, die im Ehrenamt Außergewöhnliches leisten. Ich denke dabei auch an alle, die sich in unsere Gemeinschaft mit einbringen und dazu beitragen, dass es weiter aufwärts geht. Nicht vergessen möchte ich unsere Betriebe, Gewerbetreibenden und die Forstbehörde, die dafür Sorge tragen, dass es bei uns eine Reihe von Arbeitsplätzen gibt. Aufgrund der herrschenden Corona Pandemie haben es viele schwer, sich zu behaupten. Ich denke dabei besonders an die Gastronomie und die Übernachtungsbetriebe. Die Möglichkeiten der Gemeinde diesbezüglich unterstützend einzugreifen, sind natürlich begrenzt. Soweit es aber um Stundungsanträge oder ähnliche Dinge geht, versuchen wir zu helfen.

Bedanken möchte ich mich abschließend bei unserem Gemeinderat, für die konstruktive Zusammenarbeit und die Unterstützung, ebenso bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung sowie dem Bauhof. Sie waren mir alle eine große Stütze. In meinem Bericht habe ich es angesprochen, dass wir bisher einiges erreicht haben aber noch viele Probleme zu lösen sind. Dazu wünsche ich dem neuen Bürgermeister Sebastian Voit mit seinem Gemeinderat alles Gute und viel Erfolg.

Wünschen würde ich mir auch, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden weiterhin so fortgeführt wird, wie es bisher der Fall war. Mein Dank gilt dabei den Bürgermeisterkollegen Stephan Unglaub, Franz Tauber und Axel Herrmann.

Ihnen liebe Bürgerinnen und Bürger wünsche ich persönliches Wohlergehen und vor allem beste Gesundheit. Ich bin mir sicher, wenn wir zusammenstehen, werden wir auch die großen Herausforderungen meistern.

Ihr

Karl-Heinz Glaser

2. Bürgermeister